Die Künstlerin Savina Seo – Kunst zwischen Herkunft und Gegenwart
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27.08.2025
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19 min Lesezeit

Kurze Zusammenfassung

Zwischen Herkunft und Ankommen formt Savina Seo eine eigene künstlerische Sprache – leise, laut, vielschichtig und tief verbunden mit ihrem Innersten. Ihre Werke bewegen sich zwischen Skulptur und Malerei, zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Was als Suche begann, ist heute Ausdruck von Selbstbestimmung und gestalterischer Kraft. Ihre Kunst schafft Räume – für Erinnerung, Transformation und neue Perspektiven.

Familie aus Gips: Kunst als Antwort auf persönliche Geschichte

Mitten in der Stadt Zürich, direkt beim Bahnhof, entstehen die Kunstwerke Savina Seos – seit sie ihr Atelier 2023 dort bezogen hat. Und hier stehen auch sie: die rundlichen, weichen, sanft anmutenden Skulpturen. Auf einem Tisch neben der grossen Fensterfront, mit Blick auf die geschäftige Stadt, stehen sie beieinander: Savina Seos Seelenwesen (2025) – weisse Gipsfiguren, die in diesem lichtdurchfluteten Raum hell leuchten. Entstanden sind sie im Rahmen eines Auftrags für den Skulpturenpark der Villa Mettlen in Muri, wo sie schon bald für eine gewisse Zeit als Gruppe ausgestellt und gekauft werden können. Bereits im Atelier stehen die Figuren dicht beieinander, wie eine stille, starke und in sich ruhende Gemeinschaft.

Die Figuren wurden zunächst aus Styropor vorgeformt und anschliessend mit Spezialgips und Spachtel Schicht für Schicht plastisch aufgebaut und modelliert. Im Vergleich zur Malerei sei die Arbeit an solchen plastischen Werken deutlich zeitintensiver, erklärt Savina Seo. Aus diesem Grund wurden von den Originalarbeiten Wachsabzüge angefertigt. So können auf Wunsch Reproduktionen angefertigt werden, bei denen Kunden und Kundinnen das Material und die Figurenkonstellation nach Belieben zusammensetzen können – etwa für Bronzeabgüsse, die sich durch ihre Wetterfestigkeit auszeichnen. Aus diesem Grund werden die Originalarbeiten im Skulpturenpark unter einem Pavillon stehen – denn Gips ist nicht wetterfest.

Bild 1: Savina Seo, Seelenwesen, 2025, Styropor und Gips, Foto: art24.
Bild 1: Savina Seo, Seelenwesen, 2025, Styropor und Gips, Foto: art24.

Bei den Seelenwesen, erzählt die meist aus der Intuition herausarbeitende Künstlerin, entwickelte sich im Verlauf des Schaffenssprozesses die Idee, eine Familie zu formieren. Eine der Figuren ist sogar nach Savina Seo benannt und trägt den Namen „Savi“. Selbst hatte die Künstlerin als Kind keine richtige Familie: Als dreijähriges Kind wurde sie von einer alleinerziehenden Schweizerin aus Südkorea adoptiert – sie war ein Findelkind. Was ihr in der Kindheit fehlte, hat sie nun durch ein künstlerisches Projekt erschaffen – eine Familie, kunstvoll und emotional gestaltet als inniger Familienbund.

Die Figuren stehen alle in einer gesamthaften Beziehung zueinander, auch wenn sie alle unterschiedlich in ihrer Form und Grösse sind. Durch das Weiss und die Textur des Gipses sind sie aber dennoch miteinander verbunden. Auch aus diesem Grund bietet Seo limitierte Auflagen in Gips oder Bronze an, denn ein Originalverkauf der einzelnen Figuren ist nicht möglich. Im Original sind sie untrennbar – sie gehören zusammen. Somit schafft Savina Seo mittels Reproduktionsverfahren Spielraum für alle, die sich dennoch eine Skulptur dieser Gruppe von ihr kaufen möchten – sie schafft damit einem breiteren Publikum Zugang zu ihrer Kunst. So entstehen nicht nur wirtschaftliche Freiräume für die Künstlerin selbst, sondern auch Gestaltungsfreiheit für Sammlerinnen und Sammler. Gleichzeitig behält Seo die Kontrolle darüber, dass die inhaltliche Intention ihrer Arbeit gewahrt bleibt – als ein Ensemble, das nur in seiner Gesamtheit seine volle Wirkung entfaltet.

 

Das Medium gibt die Wirkung vor – die Wandelbarkeit von Savina Seos Kunst

Auch ihre früheren Arbeiten, von denen einige an den Wänden hinter den Skulpturen hängen, strahlen jene Helligkeit und Ruhe aus, was sich wie ein roter Faden durch Savina Seos Werk zieht. Die sanften, wolkenartigen Farbflächen entführen in eine traumhafte Welt – durchbrochen von metallischen Akzenten, die sich in die weichen Farbverläufe einfügen. Metalle spielen in Seos Arbeiten immer wieder eine zentrale Rolle. Etwa in Form von Bronzeskulpturen, aber auch feine Goldelemente in Bildern. Ein Element, das wohl ein «Überbleibsel» aus ihrer früheren Tätigkeit als Goldschmiedin ist. Auch einige ihrer Bronzeskulpturen sind so verarbeitet und glattpoliert, dass sie dadurch wie Gold schimmern. Das Metall fängt alles um sie herum wie ein Spiegel ein und verzerrt es gleichzeitig. Es ist ein Spiel mit Wahrnehmung und Material, mit Licht und Form.

Bild 2: Savina Seo, White Clouds, 2022, Acryl, Lack, umgeben von weiteren Gemälden, Foto: art24.
Bild 2: Savina Seo, White Clouds, 2022, Acryl, Lack, umgeben von weiteren Gemälden, Foto: art24.

 

Bild 3: Blick auf die goldig schimmernde und polierte Bronzeskulptur «Prinzessin» im Atelier von Savina Seo, Foto: art24.
Bild 3: Blick auf die goldig schimmernde und polierte Bronzeskulptur «Prinzessin» im Atelier von Savina Seo, Foto: art24.

Was ihre Kunst besonders auszeichnet, ist neben ihren technischen Fähigkeiten auch ihre Wandelbarkeit – oft angeregt durch ganz praktische Überlegungen, die jedoch neue kreative Wege und Ausdrucksformen eröffnen. So etwa auch bei der Wahl des Formats: Ihre Werke sollen nicht zu gross und schwer sein, damit sie gut transportiert werden können. So fiel die Wahl etwa auch auf Gips - ein leichtes, aber auch fragiles Material. Um die skulpturalen Formen zu bewahren und ihnen zugleich neue Ausdrucksqualitäten zu verleihen, liess sie einige der Werke in Aluminium giessen. Dadurch erhalten sie nicht nur Stabilität, sondern auch eine neue ästhetische Qualität. Grundlage dafür sind eigens angefertigte Silikonformen, die nicht zur seriellen Produktion, sondern zur Weiterentwicklung einzelner Werke genutzt werden oder auf Anfrage hin reproduziert werden. Mit diesem offenen, prozessorientierten Umgang mit Form und Medium erweitert sie fortlaufend ihr künstlerisches Vokabular. Ihre Arbeiten bleiben dadurch beweglich, wandlungsfähig und stets offen für neue Kontexte – das Medium gibt die Wirkung vor.

Bild 4: Savina Seo, Komet, Gipsrelief, 2020, Foto: Savina Seo.
Bild 4: Savina Seo, Komet, Gipsrelief, 2020, Foto: Savina Seo.

Zwar hat Savina Seo auch zahlreiche zweidimensionale Arbeiten geschaffen, doch bleibt selbst in diesen ihre plastische Handschrift spürbar. Denn in vielen ihrer Malereien ist die Farbe nicht einfach aufgetragen, sondern wird Schicht für Schicht modelliert – mal dezent, mal deutlich hervortretend. Sie selbst beschreibt den Prozess des Entstehens als etwas, das sie anzieht, fast magnetisch: ein organisches Wachsen der Bilder. Aus diesem Impuls ist auch das Werk Selene (2021) entstanden. Zu sehen ist ein überdimensionaler Mond – ein Bild, das in einem komplexen Herstellungsverfahren entstanden ist. Zunächst wurde er plastisch aus Ton modelliert. Dann entstand eine Gipsplatte, mit der negative Abdrücke gefertigt wurden, um daraus wiederum Positiv-Gipsabgüsse herzustellen. Diese wurden auf der Leinwand montiert und Schicht für Schicht mit Spachtelmasse zum Mondbild aufgebaut. Darauf folgte der Malprozess, bei dem der Mond ebenfalls Schicht für Schicht mit Acryl bemalt wurde. Diese Technik verleiht dem Werk eine faszinierende Tiefe und Textur, die Betrachtende in ihren Bann zieht und die haptische Qualität der Materialien eindrucksvoll zur Geltung bringt. So entstehen Werke, die Ausdruck innerer Landschaften sind – poetische Spiegel von Gefühl und Erinnerung, getragen auch von der sinnlich-haptischen Präsenz des Materials.

Bild 5: Savina Seo, Selene, Acryl, Gips, 2021, Foto: art24.
Bild 5: Savina Seo, Selene, Acryl, Gips, 2021, Foto: art24.

Durch Format und Materialität wird der sonst ferne, im Himmel schwebende Mond plötzlich greifbar. Die Schwere des Werkes holt ihn buchstäblich auf den Boden – ohne ihn zu entzaubern. Zwar entspricht die raue Oberfläche nicht der tatsächlichen Mondtextur, doch vermittelt sie eine spürbare Nähe, eine fast intime Präsenz.

Das Mondbild hat Savina Seo später abfotografieren lassen und auf schwarzem Hintergrund als hochauflösender Fotodruck neu interpretiert. Daraus entstand die Arbeit Mond (Selene) (2024). Auch hier wird die durchlebte Verwandlung ihrer Arbeiten sichtbar. Der Druck entfaltet eine komplett neue Wirkung und damit eine komplett andere Aussagekraft als das reliefartige Original.

Bild 6: Savina Seo, Mond (Selene), Fotografie, 2024, Foto: Savina Seo.
Bild 6: Savina Seo, Mond (Selene), Fotografie, 2024, Foto: Savina Seo.

Während beim Originalbild Strukturen und Materialität erkennbar sind, der Mond plastisch hervortritt und seine Modellierung beim Näherkommen immer sichtbarer wird, hat die Fotografie einen fast naturalistischen Effekt. Der von Künstlerhand geschaffene Mond verwandelt sich vor dem dunklen Hintergrund scheinbar in den echten Himmelskörper – als sei er direkt am Nachthimmel aufgenommen worden. Die hochauflösende Fotografie erzeugt einen illusionistischen Effekt, der das Kunstwerk in eine neue Realität überführt. Das Gips-Mondbild hat Savina Seo in ihrer Kosmos-Ausstellung gezeigt, gemeinsam mit seinem symbolischen Gegenstück Helios (2021) – der Sonne. Während der Mond nachdenklich und still im Dunkeln schwebt, scheint die Sonne wuchtig, leuchtend und präsent hervor, verdrängt die Nacht und kündigt den Morgen an. Eine emotionale Phase sei dies gewesen, erzählt Seo, in der diese Werke entstanden sind – eine Zeit, in der sie durch den Mond die Dunkelheit, durch die Sonne die Hoffnung künstlerisch verarbeitete.

Bild 7: Savina Seo, Helios, Acryl, Gips, 2022, Foto: Savina Seo.
Bild 7: Savina Seo, Helios, Acryl, Gips, 2022, Foto: Savina Seo.

 Der Blick in die Weite

Dieser Blick in die Ferne – das Hinaufschauen, das uns ein Gefühl von Kleinsein und Staunen vermittelt – kehrt Savina Seo in ihrer Arbeit Polar Fjord (2021) um: Statt zum Himmel richtet sich der Blick hier von oben auf die Erde. Aus der Vogelperspektive offenbart sich ein abstrahiertes Naturpanorama, durchzogen von weichen, fliessenden Formen, die Seo in aufwändiger Lasiertechnik auf die Leinwand gebracht hat. Das grosse Ganze wird hier scheinbar sichtbar – und doch bleibt das Werk ein Ausdruck des Unfassbaren. Denn die weiten, von Naturkräften geformten Landschaften erinnern uns an unsere eigene Winzigkeit. Dieses Empfinden der Nichtigkeit kann Ohnmacht auslösen, aber zugleich auch Ruhe und eine tiefe Demut – ein Gefühl von Erhabenheit gegenüber der Welt, die uns umgibt. Seos malerische Handschrift fliesst dabei nahtlos in ihre skulpturalen Arbeiten über. Viele ihrer Werke wirken wie aus einem Guss – farblich dezent, in erdigen Tönen gehalten, mit fliessenden Übergängen zwischen Fläche und Form. Sie erzählt, dass sie sich erst allmählich an kräftigere Farben heranwagt, welche ihre Tiefe erst beim längeren Betrachten entfalten – und in die man förmlich eintauchen kann.

Bild 8: Savina Seo, Polar Fjord, Triptychon, Acryl, 2021, Foto: art24.
Bild 8: Savina Seo, Polar Fjord, Triptychon, Acryl, 2021, Foto: art24.

Besonders eindrücklich zeigt sich Savina Seos allmählicher Übergang zu kräftigeren Farben in ihrem Acrylgemälde Furioso (2024). In kräftigem Rot, eine Farbe, die an das pulsierende Leben erinnert, empfängt das Gemälde passend die Besucherinnen und Besucher des Permanence Medical Center direkt unterhalb ihres Ateliers in Zürich. Dort hängen zahlreiche ihrer Arbeiten, und es scheint, als wären sie spezifisch für diese Räume geschaffen worden. Die Kunstwerke verwandeln die Räume und verleihen ihnen eine neue Atmosphäre – sie schaffen Nähe, Tiefe und stellen eine fast stille, poetische Verbindung zum Ort her.

Dies zeugt nicht nur von der grossen Wandelbarkeit ihrer Kunstwerke, sondern auch von Seos bemerkenswerten Fähigkeit, sich sensibel auf räumliche Gegebenheiten einzulassen und diese zu transformieren– so, wie wir es auch bei den verschiedenen Materialien erleben, aus denen ihre Werke geschaffen werden. Gleichzeitig zeigt sich darin ein wesentlicher Aspekt von Seos künstlerischer Haltung: Sie sucht aktiv nach Orten für ihre Werke, will sie sichtbar machen, zugänglich, erfahrbar. So nimmt sie regelmässig an Ausstellungen teil oder wird eingeladen – und arbeitet mit grosser Ausdauer und Disziplin an neuen Werken. Denn Kunst ist für Savina Seo nicht nur Ausdruck, sondern auch stetige Auseinandersetzung mit Raum, Material und Bedeutung.

Bild 9: Savina Seo, Furioso, Acryl, 2024, Foto: art24.
Bild 9: Savina Seo, Furioso, Acryl, 2024, Foto: art24.

 

Bild 10: Savina Seos Arbeiten in der Permanence unterhalb ihres Ateliers, Foto: art24.
Bild 10: Savina Seos Arbeiten in der Permanence unterhalb ihres Ateliers, Foto: art24.

 

Bild 11: Savina Seos betrachtet eines ihrer Arbeiten in der Permanence unterhalb ihres Ateliers, welche einige ihrer Arbeiten angekauft hat, Foto: art24.
Bild 11: Savina Seos betrachtet eines ihrer Arbeiten in der Permanence unterhalb ihres Ateliers, welche einige ihrer Arbeiten angekauft hat, Foto: art24.

 Der mutige Schritt in die Selbständigkeit als Künstlerin

Savina Seo investiert viel Zeit und Energie in ihre Kunst. Doch allein von der Kunst zu leben, ist bisher nicht möglich. Nach ihren Ausbildungen als Goldschmiedin und Schneiderin entschied sie sich, auch eine Ausbildung zur Dentalhygienikerin zu absolvieren. Dieser vielseitige Hintergrund ermöglicht es ihr, ihre künstlerische Laufbahn mit einem stabilen beruflichen Fundament zu verbinden und gibt ihr so die Freiheit, nebst ihrer Karriere als Dentalhygienikerin auch ihre Karriere als Künstlerin zu verfolgen So kann sie ihre Kreativität frei entfalten, auch wenn sie dabei verschiedene Aufgaben und Rollen miteinander verbindet. 

Der Entschluss, ihre Kunst ernsthaft zu verfolgen, fiel während der Corona-Zeit – einer Phase, die sie zwang, zu Hause zu bleiben. Diese Zeit der Isolation wurde zugleich zur Neuorientierung und Selbstreflexion, die ihr den Raum schenkte, ihre eigene künstlerische Sprache zu entdecken und zu entfalten. Seither geht sie diesen Weg mit Entschlossenheit, Ausdauer und einem tiefen inneren Antrieb. Auch das 2023 neu bezogene Atelier an der Limmatstrasse 25 in Zürich schenkte ihr frische Perspektiven und einen Raum für neue kreative Impulse.

Die ungewisse Corona-Pandemie war also ein Wendepunkt für Savina Seo – ein Moment, der ihr erlaubte, die Kunst intensiver zu verfolgen. Zuvor reiste sie regelmässig nach Korea, um ihr Geburtsland zu besuchen und kennenzulernen, was sie nie hatte – zu Beginn mit dem hoffnungsvollen Ziel, ihre leiblichen Eltern zu finden, die sie aber nie fand.

Sie veranlasste sogar bei den Behörden eine Namensänderung, um ihren ursprünglichen Namen aus Südkorea zurückzuerhalten. Somit legte sie ihren Schweizer Familiennamen ab und nahm offiziell den koreanischen Namen Seo an, um sich ihrer Herkunft näher zu fühlen. Ein bedeutungsvoller Schritt und zugleich ein Akt der Selbstverortung zwischen zwei Kulturen – denn so kehrte für sie ihre wahre Identität zurück. Zugleich wurde dieser Name auch zu ihrem Künstlerinnennamen.

Die Kunst sei im Gegensatz zu ihrer Gespaltenheit und Suche eine Konstante gewesen. Darin wurde sie von ihrer Adoptivmutter, einer Violinistin, gefördert, auch wenn das familiäre Verhältnis insgesamt sehr schwierig blieb. Erst die Einschränkungen durch Corona führten dazu, dass Seo nicht mehr reisen konnte – und damit erstmals begann, sich intensiver mit der Schweiz, dem Land ihrer Aufbringung, auseinanderzusetzen. In ihren eigenen Worten: „Ich habe Korea immer mehr mit dem Atelier ersetzt.“ Das Atelier – der Raum des künstlerischen Schaffens – wurde so zu einem neuen inneren Ort der Zugehörigkeit und zu einem Anker inmitten ihrer komplexen Biografie.

Bild 12: Savina Seo bearbeitet in ihrem Atelier eine Gipsfigur, Foto: art24.
Bild 12: Savina Seo bearbeitet in ihrem Atelier eine Gipsfigur, Foto: art24.

 

Bild 13: Savina Seo bearbeitet in ihrem Atelier eine Gipsfigur, Foto: art24.
Bild 13: Savina Seo bearbeitet in ihrem Atelier eine Gipsfigur, Foto: art24.

Ankommen und Aufbrechen

Trotz ihres geografischen Abstands, ist in Savina Seos Arbeiten die koreanischer Kunst und Kultur deutlich spürbar. Sie hat nicht nur zahlreiche Eindrücke auf ihren Reisen gesammelt, sondern sich intensiv mit ihrer Herkunft auseinandergesetzt – durch Bücher, durch künstlerische Studien, durch Formen und Farben, die sie aufgriff und mit der Zeit in eine ganz eigene Bildsprache überführte. Und auch die koreanische Arbeitsmoral würde sie als typisch für sich sehen - aber mit einem gesunden Schweizerischen Abstand.

Heute verspürt sie keinen inneren Druck mehr, nach Korea reisen zu müssen, kein Gefühl mehr, etwas verpasst oder aufzuholen zu haben. Die Spaltung zwischen Herkunft und Gegenwart hat sie künstlerisch verarbeitet – und hinter sich gelassen. Jetzt installiert sie sich hier, in der Schweiz. Sie ist angekommen. Und sie ist bereit, voranzugehen.

Ihre Werke – erdig, leicht, oft an Elemente wie Luft, Wasser oder Licht erinnernd – entfalten zunehmend eine spürbare Kraft. Sie wirken offener, entschlossener, nach vorne gerichtet. Auch ihre Seelenwesen zeugen davon. Sie kreisen zwar um Fragen der Vergangenheit, um das „Was wäre, wenn?“ und um innere Wunschvorstellungen. Gleichzeitig sind sie Ausdruck eines inneren Wandels – eines bewussten Loslassens, das es erlaubt, Träume zu formulieren, sie zu reflektieren und sich selbst darin künstlerisch zu verorten.

Bild 14: Savina Seo hält eine ihrer Seelenwesen in ihrem Atelier, Foto: art24.
Bild 14: Savina Seo hält eine ihrer Seelenwesen in ihrem Atelier, Foto: art24.

 

Bild 15: Skulpturen und Gemälde von Savina Seo in ihrem Atelier, Foto: art24.
Bild 15: Skulpturen und Gemälde von Savina Seo in ihrem Atelier, Foto: art24.

Besuchen Sie Savina Seos Profil, um mehr ihrer Arbeiten zu entdecken. Auch ihr Atelier kann auf Anfrage hin besucht werden. Demnächst sind ihre Arbeiten ausserdem in der Ausstellung „Zeitlose Spuren“ vom 16.-21. September 2025 in der Galerie Toledo Art Studio in Zürich zu sehen.

Savina Seo Ausstellungseinladung, „Zeitlose Spuren“ in der Galerie Toledo Art in Zürich, vom 16.-21. September 2025
Bild 16: Ausstellungseinladung, „Zeitlose Spuren“ in der Galerie Toledo Art in Zürich, vom 16.-21. September 2025.

 


Autor:in: Savina Seo

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